Unabhängig davon, ob das Arbeitsfeld die direkte Zusammenarbeit mit der ganzen Familie oder ausschließlich die Entwicklungsförderung des Kindes mit Beeinträchtigung oder die Kombination von Entwicklungsförderung des Kindes und Gespräche mit den Eltern vorsieht, ist die Systemische Bewegungstherapie ein geeigneter und erfolgreicher Arbeitsansatz. Die Systemische Bewegungstherapie, Entwicklungsförderung und Beratung orientiert sich an den Entwicklungsthemen/ -vorstellungen/ -zielen, wendet sich den damit verbundenen Anliegen und Enttäuschungen, auftretenden Sorgen, Problemen, Störungen zu und richtet ihren Blick auf die vorhandenen, manchmal nicht so leicht zu entdeckenden Veränderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes sowie des sozialen Gefüges. Durch eine verstehende und kompetenzorientierte Diagnostik sowie die handlungsdialogische Anschlussfähigkeit an die jeweiligen Eigenheiten der psychischen wie sozialen Systeme werden die Spielräume wieder weit und die Gestaltung des Förderprozesses sowie der Beratung wieder kreativ.


Hinweis für Teilnehmer_innen der Praxisweiterbildung:
Die Grundlagen des systemischen Denkens und bewegungsdialogischen Handelns werden jeweils bezogen auf das Schwerpunktthema Schritt für Schritt aufgebaut und auf konkrete Arbeitsprozesse der Teilnehmer_innen praktisch bezogen. Die drei Fortbildungseinheiten ergänzen einander, stehen aber in ihrer jeweiligen Schwerpunktsetzung für sich. Als Bestandteil der Praxis-Weiterbildung sind alle drei Fortbildungen verpflichtend (s. dazu: Praxisweiterbildung).

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(Praxis-Weiterbildung SBT Modul 1)

Frühförderung an der Familie orientiert – systemisch, bewegungsorientiert, praxisbezogen 

Anspruch der Frühförderung ist es familienorientiert zu arbeiten. Wenn dabei neben der Entwicklungsförderung des Kindes mit Beeinträchtigung der Einbezug der Eltern und Geschwister mit ihren Fragen und Bedürfnissen durch absichtsvoll gestaltete Spielsituationen verstanden wird, ist das leichter gesagt als getan.

Deshalb geht es in der Fortbildung um folgende Themen:

  • Wie gewinne ich die Eltern für eine kooperative Zusammenarbeit? 
  • Wie sieht eine Zusammenarbeit mit der Familie aus, die gleichzeitig die individuelle Entwicklung sowie eine gesamtsystemische Unterstützung in den Blick nimmt?
  • Wie komme ich zu familien- und bewegungsorientierten Handlungsideen, mit denen die Förderziele spielerisch verfolgt und Interaktion und Kommunikation in der Familie gestärkt werden?

Diese Fragen werden mittels Kurzvorträgen, Video- und Fallbeispielen bearbeitet. 

Fortbildungsinhalte:

  • Verständnis der Verbindung von Personen und Sozialen Systemen
  • Problem- und Lösungsverständnis - daraus resultierend: die Verteilung der Rollen in der Zusammenarbeit
  • Einrichten der Zusammenarbeit - Themen, Erwartungen, Verantwortungsverteilung
  • Themenorientierte Prozessgestaltung, mit denen, die da sind - Praxisentwürfe
  • Gemeinsam reflektieren mit Eltern

Hinweis:

Die Fortbildung wird anerkannt als Baustein der Praxis-Weiterbildung 
“Systemische Bewegungstherapie, Entwicklungsförderung und Beratung “

Termin:

Montag 09.04.2018 (9:30 – 17.00 Uhr) bis Dienstag 10.04.2018 (09:00 – 16:00 Uhr)

Referentinnen:

Renate Heule, Rehabilitationslehrerin für O&M und LPF, Systemische Bewegungs- und Familientherapeutin
Ina Maag, MA Heilpädagogische Früherzieherin, Systemische Bewegungstherapeutin, Rehabilitationslehrerin für O&M und LPF

Kosten:

250,- €

Anmeldeschluss:

Fr. 16.03.2018

Ort:

Ev. Kirchengemeinde
Grabenstr. 2
88662 Überlingen
Baden-Württemberg

Informationen:

FB 2

(Praxis-Weiterbildung SBT Modul 3)

Beratungsgespräche (z.B. mit Eltern) führen - Grundlagen systemischer Gesprächsführung

In der Fortbildung werden die Grundlagen der systemischen Gesprächsführung vermittelt, praktisch erprobt und auf die Arbeitskontexte der Teilnehmer_innen übertragen

Beratungsgespräche im systemischen Sinne führen, heißt gemeinsam über gewünschte Entwicklung nachdenken. Die Gesprächsführung ist daher durch ein hohes Interesse an den Denkweisen des/der Anderen geprägt und vollzieht einen Wechsel von sagen zu fragen. Die Entwicklung neuer Handlungsorientierungen oder Lösungsschritte ist somit eine gemeinsame Erfindung der Gesprächspartner, die im Dialog hervorgebracht wird. Die Kreativität der Fragen entwickelt sich aus den systemischen Denkmodellen. Von daher werden wir systemische Gesprächstechniken immer auch in der Auseinandersetzung mit der dazugehörigen Denkweise und Haltung erarbeiten. Respekt und Respektlosigkeit, Humor, Transparenz, Kompetenzorientierung, interessierte Neugier, die Position des Nichtwissens, Umdeutungen, zuträgliche Verstörungen, Querdenken, Bescheidenheit ...sind einige Wegweiser für die ressourcenorientierte Dialoggestaltung.

Fortbildungsinhalte:

  • Systemische Grundlagen zum Verständnis von Problem- und Lösungsgestaltung
  • Auftragskontextklärung zur Verhinderung unerwünschter Auswirkungen
  • Auftragsklärung zur Einrichtung gewünschter Kooperation
  • Aufmerksamkeitsorientierung beim Zuhören
  • Mit interessierter Neugier aus der -Position des Nichtwissens- fragen
  • Beraten durch lösungsorientiertes Fragen

Praktisch lernen

Wir werden uns den Aufmerksamkeiten, Haltungen und Handlungsmöglichkeiten einer ressourcenorientierten Gesprächsgestaltung in praxisbezogenen Übungssituationen Schritt für Schritt nähern. Dazu wäre es gut, wenn Sie aktuelle Gesprächssituationen aus Ihrer Praxis, mit denen Sie nicht so ganz zufrieden sind oder zu denen sie Fragen haben, innerlich schon mal „anwärmen” und diese in die Fortbildung mitbringen.

Termin:

2019

Kosten:

250,- € (16 U-Stunden)

Informationen:

FB 3

(Praxis-Weiterbildung SBT Modul 5)

Der Dialog in anderer Sprache - Entwicklungsförderung durch Bewegungs- und Handlungskommunikation

Nicht immer steht den Handlungspartner_innen die Wortsprache zur Verfügung und nicht immer lassen sich Bewegung, Mimik und Geste so leicht verstehen wie bei einer Pantomime. Ganz im Gegenteil, Entwicklungsförderung von Kindern mit einem besonderen Förderbedarf heißt oft, vor und jenseits der Worte eine gemeinsame Sprache mit dem Kind zu entwickeln, so dass Begegnung und Dialog entsteht. Die gemeinsame Verständigungsebene ist der spürbare Kontakt, die Bewegung, die bewirkt und Aufschluss gibt - über sich selbst und das, was da Welt sein könnte. Was braucht der Dialog in Bewegung, damit Verstehen und Verständigung gelingen und entwicklungsförderlich genutzt werden kann? Und nicht zuletzt: Was macht eine Kommunikation - auch eine Bewegungskommunikation - überhaupt zu einem Dialog? In der Fortbildung nähern wir uns einerseits theoriebasiert und vor allem praxisbezogen Schritt für Schritt den handlungsleitenden Antworten.

Fortbildungsinhalte:

  • Bewegungsverständnis auf der Basis der Theorie der virtuellen Bewegung
  • Person als System verstehen
  • Entwicklung/ Entwicklungsprobleme systemisch verstehen
  • Verhalten/ Bewegung als Kommunikation lesen
  • Potenzial der Situation nutzen und Resonanzerleben gestalten
  • Entwicklungsförderung durch Bewegungsdialoge gestalten
  • Entwicklungsförderung durch Interaktionsgestaltung in und mit der Familie

Die Themen werden mit Hilfe von Videobeispielen praxisnah erarbeitet.

Termin:

2019

Kosten:

250,- € (16 U-Stunden)

Informationen: